Mobile Banking avanciert zu einer Standardanwendung in Deutschland
Drei Faktoren wurden in einer 2005 durchgeführten Studie der TU Hamburg-Harburg (TUHH) als maßgeblich für das deutlich gestiegene Interesse an umfassenden mobilen Finanzdienstleistungen identifiziert: Ausgereifte Technologien für das mobile Internet, Veränderungen in der Demographie und ein zunehmendes Mobilitätsbedürfnis im Berufsleben wie im Privaten. Die aus den Ergebnissen der Untersuchung abgeleitete Prognose, dass mobile Angebote schon mittelfristig zum Standardrepertoire vieler Banken gehören werden, scheint durch die jüngsten Aktivitäten deutscher Kreditinstitute in Erfüllung zu gehen.
In einer aktuellen Studie (November 2007) stellen die Forscher eine deutliche Zunahme von Finanzdienstleistungsangeboten über den mobilen Kanal (z.B. Handys, Smartphones und PDAs) in Deutschland fest. Für die Studie analysierten die Mobile Banking Experten der TUHH, Rajnish Tiwari und Dr. Stephan Buse, die Breite und Tiefe der Dienstleistungsangebote von 38 Banken im deutschsprachigen Raum, davon 35 in Deutschland. Über Dreiviertel (76%) der untersuchten Banken hatten mobile Finanzdienstleistungen im Angebot (zum Vergleich 2005: 64%). Die Autoren erklären diese Entwicklung damit, dass insbesondere viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken in der Zwischenzeit mobile Angebote eingeführt haben.
Zum ersten Mal wurden auch die Dienstleitungsangebote der Kreditinstitute an den Dimensionen „Breite“ (Anzahl der angebotenen Dienste) und „Tiefe“ (Dienstspektrum und Benutzerfreundlichkeit der Angebote) gemessen und miteinander verglichen. Als führende Anbieter mobiler Dienstleistungen in Deutschland wurden die Postbank, comdirect Bank, Deutsche Bank, 1822direkt und die Sparkasse Chemnitz identifiziert. Ferner konnten die Forscher erste Branchenstandards feststellen. So präferieren die meisten Anbieter die sog. „Browser-basierte“ Lösung, ermöglichen die automatische Freischaltung für ihre Online-Banking-Kunden und verzichten auf Extragebühren für die Nutzung der mobilen Dienste.
„Wir freuen uns, dass die Erkenntnisse unserer ersten Studie durch aktuelle Entwicklungen in der Praxis noch einmal bewahrheiten“, kommentiert Rajnish Tiwari vom Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). „Die Mehrzahl der von uns befragten Konsumenten bevorzugte schon 2005 Browser-basierte Lösungen, die ohne vorherige Softwareinstallation einsatzbereit sind.“, befindet der Mobile Banking Experte weiter, der 2005 gemeinsam mit Dr. Stephan Buse eine Erhebung unter 450 potentiellen Mobile Banking Nutzern sowie eine Bankenbefragung durchgeführt hat. Für seine Studie wurde Tiwari im Juni 2006 von der Vodafone Stiftung für Forschung mit dem Förderpreis „Markt- und Kundenorientierung 2006“ ausgezeichnet.
Rajnish Tiwari, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technologie– und Innovationsmanagement der TUHH, Dr. Stephan Buse ist wissenschaftlicher Assistent am selben Institut. Gemeinsam leiten sie das Forschungsprojekt Mobile Prospects. Ihre Mobile Banking Studie wurde im Sommer 2007 von der Hamburg University Press unter dem Titel „The Mobile Commerce Prospects: A Strategic Analysis of Opportunities in the Banking Sector“ veröffentlicht. Eine gebundene Ausgabe (ISBN: 978-3-937816-31-9) kann beim Verlag oder im Buchhandel für 22,80 Euro bestellt werden. Eine digitale Version (PDF) steht Interessenten im Internet unter der unten angegebenen Adresse kostenlos zur Verfügung. Im Januar 2008 erscheint ein Herausgeberband mit den Studienergebnissen zu weiteren „Mobile Commerce“-Applikationen („Mobile Entertainment“, Mobile Informationsdienste“, „Mobile Marketing“, und „Mobile Ticketing“).
Nähere Informationen zum Forschungsprojekt:
http://www.mobile-prospects.de

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